Werdegang

Erste Fotomontagen 1987 und 1988

Ansicht von Westen, Platz der Republik, November 1987

Werdegang

Anfang
Der Inspiration zu einer über dem Reichstagsgebäude schwebenden, sich in den nächtlichen Himmel öffnenden Doppelpyramide aus filigranen grünen Laserstrahlen am 1. Oktober 1987 folgen zwischen November 1987 und Januar 1988 erste Fotoaufnahmen vom Reichstagsgebäude als Grundlage für Fotomontagen.

Westen
Die Aufnahme von Westen zeigt die zwischen Reichstag und Reichstagspräsidenten-Palais verlaufende Mauer mit östlicher Grenzbeleuchtung, die Berlin, Deutschland und Europa in Ost und West teilte.

Süden
Die Mauer auf dem Platz vor dem Brandenburger Tor wird 1988 noch einmal erhöht, bevor sie im November 1989 endgültig fällt.

Ansicht von Süden, Ebertstraße, November 1987

Osten
Von der Straße Unter den Linden wirkt das Reichstagsgebäude, jenseits vom Brandenburger Tor und dem unbebauten und abgesperrten Pariser Platz auf der anderen Seite der Berliner Mauer gelegen, nahe und zugleich unwirklich fern.

Ansicht von Osten, Pariser Platz / Unter den Linden, Januar 1988

Reichstag-Begehungen – Evaluierungen – Studien 1988

Erste Reichstags-Begehung Blick vom Süd-Ost-Turm auf das Brandenburger Tor 1. März 1988

März 1988: W. H. Fischer und der Architekt Dr.-Ing. Bernd Wendland besteigen zusammen mit Haustechnikern bei Schneetreiben erstmals Türme des Reichstagsgebäudes, um ein Bild von den baulichen Gegebenheiten zu gewinnen.Weitere Begehungen mit Reichstagstechnikern, Vertretern der Bundesbaudirektion und Fachleuten zur Evaluierung der räumlichen Gegebenheiten und technischen Möglichkeiten folgen im September 1988, Oktober 1989, August 1990, Juli 1992 und im Sommer 1995.

Evaluiert werden auch Fragen der Flugsicherheit: Die Flugaufsicht der westlichen Alliierten (Air Traffic Control) und später der Deutschen Flugsicherung (DFS) bestätigen die grundsätzliche Genehmigunsfähigkeit der Wahrzeichen Reichstag – Laserskulptur bei Zustimmung des Deutschen Bundestages.

Im Spätsommer 1988 beginnt W. H. Fischer mit interdisziplinären Studien zu den geschichtlichen und ethischen Bedeutungen des Reichstagsgebäudes und der Laserskulptur, ihren vielfältigen ästhetischen und physikalischen Aspekten, zu ihren symbolischen Qualitäten und harmonischen Resonanzen. Diese finden im späteren Text der Denkschrift ihren Niederschlag.


Musik und Politik / Fotomontage 1989

Sehr erfreulich ist auch die Resonanz des Komponisten György Ligeti:
Bei einem ersten Treffen mit W. H. Fischer am 23. September 1989 äußert sich Ligeti begeistert zum Wahrzeichen Reichstag und will mit eigenen Kompositionen dabei sein. Ligeti: „Die Musik dazu habe ich bereits komponiert.“

Am 18. Oktober 1989 erhält W. H. Fischer Besuch von Hans-Günter Hoppe, MdB (FDP), Vorsitzender des Ausschusses für innerdeutsche Beziehungen des Deutschen Bundestages. Hoppe ist sehr angetan und wirbt in der Folgezeit im Bundestag für die Verwirklichung des Wahrzeichen Reichstag.

Eine Fotomontage in Farbe für den Einband der Denkschrift zum Wahrzeichen Reichstag ist gerade fertig gestellt, als am 9. November 1989 die Mauer fällt.

Außer dem „grammatikalischen Abriß“ der Mauer sind kaum Textänderungen erforderlich. Redaktionell abgeschlossen und datiert wird die Denkschrift dann an dem Tag, an dem in Bonn mit der Unterzeichnung des historischen Staatsvertrages über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion beider deutscher Staaten die Einheit Deutschlands besiegelt wird, am 21. Mai 1990.

György Ligeti

Hans-Günter Hoppe, MdB,
bei W. H. Fischer
Berlin 18. Oktober 1989
Ansicht von Nord-West
Fotomontage Februar/Oktober 1989

Komponisten 1990

„Die Oktave ist das überzeugendste
Symbol der Einheit,
das wir in der Natur finden können.“

JOACHIM-ERNST BERENDT
Musikjournalist und Klangforscher


Prof. Joachim-Ernst Berendt


Hans Otte
Bremen


Wilhelm Dieter Siebert
Berlin

Anfang 1990 trifft W. H. Fischer den Musikjournalisten und Klangforscher Joachim-Ernst Berendt, Autor des legendären „Jazzbuch“ sowie zahlreicher interdisziplinärer Arbeiten über das „Hören“ und die „Klänge der Welt“.

April 1990: Der Schweizer Mathematiker und Musikwissenschaftler Hans Cousto („Die Oktave“, „Die kosmische Oktave“, „Klänge Bilder Welten“) überprüft und bestätigt die mathematischen und musiktheoretischen Aspekte des Werkes.

In Bremen sagt der Komponist Hans Otte W. H. Fischer eine Komposition zum Wahrzeichen Reichstag zu („Atem-Environment zum Wahrzeichen Reichstag“, 1991).

Anfang September folgt der Berliner Komponist Wilhelm Dieter Siebert, der ebenfalls eine Komposition für das Wahrzeichen Reichstag schaffen wird.

1990 trifft W. H. Fischer auch Barbara Jakubeit, die Präsidentin der Bundesbaudirektion. Auch sie verwendet sich begeistert bei der Hausherrin des Reichstagsgebäudes für das Projekt.

Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süßmuth, MdB (CDU), empfängt W. H. Fischer am 26. September 1990 in ihrem Büro in Bonn.


Denkschrift Buch


Buchkunstobjekt Denkschrift

Für eine angemessene Präsentation des Wahrzeichen Reichstag – Projektes gewinnt W. H. Fischer namhafte Persönlichkeiten und Unternehmen. Der Einsatz dieser Förderer ermöglicht es, die Denkschrift als einzigartiges Buchkunstobjekt mit Schuber zu gestalten und herzustellen.

Kapitel VIII
In der Denkschrift werden die Förderer mit einem eigenen Kapitel gewürdigt, dem Kapitel VIII. Dieses Kapitel wird seitdem ständig fortgeschrieben und hier erstmals bis zur Gegenwart dargestellt. Einige Förderer wollen lieber unbenannt bleiben, auch Ihnen gebührt Dank.


Die Widmung
Dem Deutschen Volke

Zur Geschichte des Reichstagsgebäudes gehört auch die Geschichte der Widmungsinschrift über dessen westlichem Hauptportal:

– DEM DEUTSCHEN VOLKE –

Das Reichstagsgebäude wurde 1894 eröffnet. Die Giebelinschrift über dem Hauptportal wurde erst 1916, also 22 Jahre nach der Einweihung des Bauwerkes angebracht.

„Die Buchstaben haben eine Höhe von 60 cm. Der ganze Schriftzug ist 16 m lang. Bei dem Guß der Buchstaben ist Bronce aus erbeuteten Geschützen des Jahres 1813 verwendet worden.“ Spandauer Zeitung, 23.12.1916; zit. bei M. S. Cullen, Der Reichstag, Berlin 1983

Das Material des Schriftzuges sowie Zeitpunkt und Umstände seiner sang- und klanglosen Anbringung im Kriegswinter 1916 haben direkten Bezug zu den seinerzeit größten Kriegen der Geschichte, den Befreiungskriegen gegen Napoleon und dem Ersten Weltkrieg.

Gegossen wurden die vom Architekten und Designer Peter Behrens und der Typographin Anna Simons gestalteten Buchstaben des Schriftzuges durch die Berliner Gießerei S. A. Loevy.

Nach 1933 versündigte sich das unselige NS-Regime in sinnfälliger Weise am deutschen Volke, indem es auch die Mitglieder der Familie Loevy als Juden ausgrenzte, verfolgte, ermordete oder in die Emigration trieb.

Das Wahrzeichen Reichstag nimmt die Widmung am Reichstagsgebäude auf und transformiert ihre tragischen Grundschwingungen in Schwingungen der Kunst und der Freiheit. Somit ist das Wahrzeichen Reichstag dem deutschen Volke und den Völkern der Welt gewidmet.

„Wissenschaft und Kunst
gehören der Welt an,
und vor Ihnen verschwinden
die Schranken der Nationalität.“

JOHANN WOLFGANG VON GOETHE


Laser – Test Dresden 1991
Denkschrift: Herstellung und Übergaben

Am 24. Mai 1991 erfolgt ein erster Sichtbarkeits-Test im öffentlichen Raum: Vom Dach des ehemaligen Kulturhauses des Sachsen-Werkes leuchtet ein grüner Laserstrahl über Dresden und die Ruine der Frauenkirche. Die visuelle Qualität und optische Wirkung des 30-Watt-Argon-Lasers übertreffen alle Erwartungen.

Vom 22. bis 30. April 1991 wird bei BerlinDruck in Achim bei Bremen die bibliophile Denkschrift gedruckt.

Mitte 1991 sind die ersten Exemplare der in Potsdam handgebundenen Denkschrift zum Wahrzeichen Reichstag fertig.

Die Exemplare Nr. 1 bis Nr. 5 sind den Präsidenten des 12. Deutschen Bundestages gewidmet.

20. Juni 1991: Am Morgen empfängt Bundestagsvizepräsident Helmuth Becker (SPD) W. H. Fischer zur Übergabe der Denkschrift Nr. 2. Am Nachmittag bestimmt der Bundestag mit knapper Mehrheit Berlin wieder zur deutschen Hauptstadt und zu seinem künftigen Sitz.

Bundestagsvizepräsident Dieter-Julius Cronenberg (FDP) trifft W. H. Fischer am 16. Oktober 1991 zur Übergabe einer Denkschrift.


Denkschrift Kapitel I

Sinn und Widmung – Konklusionen

Das Wahrzeichen Reichstag…

1
ist ein Zeichen für Einigkeit und Recht und Freiheit.

2
ehrt alle Menschen, die der Verwirklichung demokratischer Freiheiten dienten und gedenkt jener, die für ihre demokratischen Ideale ihr Leben gaben.

3
würdigt alle Traditionen demokratischer Ideale und ist Aufruf zu großmütiger und freiheitsschöpfender Versöhnung.

4
besteht aus dem Gebäude des Deutschen Reichstages selbst sowie einer darüber schwebenden Licht-Raum-Skulptur. Stein und Licht sind seine Elemente; nachts bilden sie eine neue Einheit.

5
ist Lichtzeichen und Denkmal zugleich, es ermutigt zur Überwindung der Grenzen im Denken, Fühlen und Handeln und ist Aufruf zu freudigem Betreten historisch neuer Denk-Räume.

6
ruft die Lebenden zu souveränem Umgang mit den Idealen der deutschen Nation und mit dem zentralen Bauwerk des deutschen Parlamentarismus, seiner schicksalhaften wie geschichtlich neuen Bedeutung für das deutsche Volk.*

7
mahnt zu Wahrheit, Weisheit und Liebe.

8
ermutigt zu Gleichheit und Geschwisterlichkeit. Es ist Wahrzeichen für ein neues Deutschland in Einigkeit und Recht und Freiheit, das aus den Ruinen seiner Irrungen aufersteht.

9
mahnt zur Bewahrung der Schöpfung auf dem Planeten Erde.

10
mahnt den Frieden an und eine neue Qualität von Freiheit, die bestehende Gegensätze auszugleichen und zu überwinden vermag.

11
ruft die gegenwärtigen und zukünftigen Generationen auf zu Besinnung und Demut; zu gegenseitiger Achtung, Toleranz und Gerechtigkeit, ohne die Deutschland im europäischen Haus und unter den Völkern der Welt nicht gedeihen kann.

12
Das Wahrzeichen Reichstag ist dem deutschen Volk gewidmet.

Soli Deo Gloria.

___________
BERLIN, AM 21. MAI 1990


* Am 20. Juni 1991 stimmt der Deutsche Bundestag in Bonn mit 18 Stimmen Mehrheit für Berlin als künftige Bundeshauptstadt.
Der Ältestenrat des Deutschen Bundestages beschließt am 30. Oktober 1991, das Reichstagsgebäude als Sitz des gesamtdeutschen Parlaments wiederherzustellen und zu nutzen, und am 19. April 1999 wird der „Plenarbereich Reichstagsgebäude“ mit der Eröffnungsrede von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) vom Deutschen Bundestag in Besitz genommen.


1992 –1993

Parallel zur ersten Ausstellung mit dem 1:100-Modell des WAHRZEICHEN REICHSTAG im Museum für Sepulkralkultur in Kassel besucht W. H. Fischer Journalisten und Publizisten wie Marion Gräfin Dönhoff (Die Zeit), Johannes Gross (Capital) oder Dr. Helmut Herles (Generalanzeiger Bonn), Johannes Willms (ZDF) sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Ignaz Bubis (Vorsitzender des Zentralrates der Juden in Deutschland).

„Die demokratische Antithese zu Speers Lichtarchitektur“

JOHANNES GROSS
PUBLIZIST UND APHORISTIKER

Zweites Treffen mit dem Komponisten György Ligeti am 9. Oktober 1992 in Köln

Im Oktober 1992 treffen sich der Komponist György Ligeti und W. H. Fischer in Köln erneut zur Übergabe eines gewidmeten Exemplares der Denkschrift zum Wahrzeichen Reichstag.

Im Jahre 1993 trifft W. H. Fischer auch Walter Jens und Heiner Müller, die Präsidenten der beiden Berliner Kunstakademien. Beide äußern sich emphatisch zum Wahrzeichen Reichstag.

 

 

Ignaz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland Berlin, 7. September 1993

Ignaz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland Berlin, 7. September 1993

Im Juli 1993 schreibt Lothar Späth, ehemaliger baden-württenbergischer Ministerpräsident und Vorsitzender des Hochtechnologie–Unternehmens JENOPTIK AG, an W. H. Fischer:

„Es wäre phantastisch,
wenn sich das wiedervereinte
Deutschland auch international
mit dieser schwebenden Eleganz
präsentieren würde.“

PROF. DR. WALTER JENS
SCHRIFTSTELLER
PRÄSIDENT DER AKADEMIE DER KÜNSTE, BERLIN (WEST)

„Wenn noch etwas hilft,
dann Zeichen wie diese.“

HEINER MÜLLER DRAMATIKER PRÄSIDENT DER AKADEMIE DER KÜNSTE, BERLIN (OST)

Im Juli 1993 schreibt Lothar Späth, Vorsitzender des Hochtechnologie–Unternehmens JENOPTIK AG und ehemaliger baden-württenbergischer Ministerpräsident an W. H. Fischer:

„Zweifellos ein sowohl künstlerisch
als auch konzeptionell gelungener Ansatz.
Die kreative Anwendung
der Lasertechnik symbolisiert
im gestalterischen Werk die
für unser Land dringliche
Zukunftsorientierung
im Denken und Handeln.“

PROF. DR. LOTHAR SPÄTH MINISTERPRÄSIDENT A.D. VORSTANDSVORSITZENDER JENOPTIK AG

Dr. Jürgen Rüttgers, MdB Ältestenrat, CDU Bonn, 9. Juli 1991
Dieter Wiefelspütz, MdB Ältestenrat, SPD Lünen, 11. Juli 1991
Dr. Peter Struck, MdB Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion Bonn, 26. September 1991
Dieter-Julius Cronenberg, MdB, FDP Bundestagsvizepräsident, Bundestagspräsidium Bonn, 16. Oktober 1991

W. H. Fischer überreicht die Denkschrift an zahlreiche Mitglieder des Bundestages, seines Ältestenrates, des Kunstbeirats, der Baukommission, an die Fraktionsvorsitzenden von SPD, Hans-Ulrich Klose, und FDP, Dr. Hermann Otto Solms, sowie an die Parteivorsitzenden der CDU, Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, und der FDP, Dr. Otto Graf Lambsdorff.

Die meisten Abgeordneten sind positiv gestimmt; zu einer überparteilichen Initiative kommt es indes nicht. Zu sehr ist die politische Situation im Umbruch. Zudem rückt das Projekt Wrapped Reichstag von Christo und Jeanne-Claude Javacheff zunehmend in den Focus des öffentlichen Interesses. Der Vorsitzende der Baukommission Peter Conradi, MdB (SPD) zu W. H. Fischer: „Erst der Wrapped Reichstag, dann das Wahrzeichen Reichstag.“

Auch die Berliner Politiker Hanna-Renate Laurien (CDU), Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses und Ulrich Roloff-Momin (parteilos), Senator für kulturelle Angelegenheiten, befürworten das Projekt.

Peter Conradi, MdB, Obmann der SPD Baukommission Bonn, 6. Oktober 1991
Hanna-Renate Laurien, MdA, CDU, Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, 18. Februar 1992
Hans-Ulrich Klose, MdB Vorsitzender der SPD-Fraktion Reichstagsgebäude Berlin, 21. Mai 1992
Dr. Hermann Otto Solms, MdB Vorsitzender der FDP-Fraktion Reichstagsgebäude Berlin, 17. Mai 1993

Förderverein 1994

GRÜNDUNG DES FÖRDERVEREINS
WAHRZEICHEN REICHSTAG eV

Am 31. Januar 1994 gründen die Maler Prof. Manfred Bluth und Sabine Kasan, die Politikerin Siegrun Klemmer (MdB), die Architekten Günter Löhnert und Dr.-Ing. Bernd Wendland, der Komponist Wilhelm Dieter Siebert, der Bildhauer Prof. Eberhard Linke und W. H. Fischer den gemeinnützigen Förderverein Wahrzeichen Reichstag eV.

Seitdem wirkt der Verein für die Verwirklichung der Licht-Klang-Skulptur Wahrzeichen Reichstag.

Was können Sie dafür tun ?

  • INFORMIEREN Sie Ihre FREUNDE und BEKANNTEN
  • Nutzen Sie unser > Gästebuch
  • ERMUNTERN SIE „IHRE“ BUNDESTAGSABGEORDNETEN, für die temporäre Verwirklichung des Wahrzeichen Reichstag zu wirken..
    Ihre Abgeordneten finden Sie auf der Website des Deutschen Bundestages (Biografien aller Abgeordneten mit Wahlkreis- oder PLZ-Suche).
    https://www.bundestag.de/abgeordnete
  • HELFEN Sie uns mit Tat und Fantasie
  • SPENDEN / FÖRDERMITGLIEDSCHAFT

Sie können das Wahrzeichen Reichstag auch durch Spenden oder eine aktive oder Fördermitgliedschaft im gemeinnützigen Wahrzeichen Reichstag eV unterstützen (Spendenquittung).

„Das Wahrzeichen Reichstag zeigt
die schnellste und leichteste Pyramide der Welt,
aus reiner Energie.
Mit Lichtgeschwindigkeit strahlt sie meditative Ruhe aus;
eine Botschaft aus der Welt der reinen Ideen.
Sie führt zusammen und berührt zugleich die Unendlichkeit.“

DR.-ING. BERND WENDLAND
Vorsitzender Wahrzeichen Reichstag eV


1995
Verhüllter Reichstag

Wrapped Reichstag
Nach über 2o-jährigem Werben und bewegender Plenumsdiskussion genehmigt der Deutsche Bundestag am 25. Februar 1994 die Verhüllung der asbestsanierten Reichstagsbaustelle durch Christo und Jeanne-Claude. Vierundzwanzig Jahre nach Michael Cullens ideegebender Reichstags-Postkarte an Christo in 1971 wird der verhüllte Reichstag im Juni 1995 für zwei Wochen Wirklichkeit.
Fünf Millionen Menschen werden von ihm angezogen und begeistert. Der Wrapped Reichstag zeigt, welche großartige Wirkung die Kunst für die demokratische Kultur entfalten kann.
Der elegante Faltenwurf der silbrig glänzenden Hülle aus aluminiumbedampftem Polypropylen-Gewebe hebt die beeindruckende skulpturale Qualität des mächtigen Bauwerkes hervor. Nach seiner Enthüllung der erscheint das Reichstagsgebäude in einem neuen Licht.

WRAPPED REICHSTAG von Nord / West
WRAPPED REICHSTAG von Norden Fotos © W. H. Fischer

1995-1999
Umbau Reichstagsgebäude

Von 1995 bis 1999 wird das Reichstagsgebäude für die am 30. Oktober 1991 vom Bundestag beschlossene dauerhafte Nutzung als Parlamentsgebäude vom britischen Architekten Sir Norman Foster grundlegend umgestaltet und – nach zahllosen, von der Baukommission des Bundestages verworfenen Vorschlägen – letztlich mit einer spektakulären, öffentlich begehbaren Kuppel versehen, die den darunter liegenden Plenarsaal mit Tageslicht versorgt.


Umbau 1:100-Modell
Ausstellungen in Berlin

Auch das 1:100-Modell des Wahrzeichen Reichstag wird umgebaut und mit einer beleuchteten Plexiglas-Kuppel versehen.

Die Suche nach einem geeigneten Ausstellungsort gestaltet sich schwierig, zumal die Ausstellung des 1:100-Modells sehr aufwendig ist und deswegen für mehrere Monate eine große Fläche mit mindestens vier Metern Raumhöhe erforderlich ist.

Mit Unterstützung der Fraktionsvorsitzenden im Abgeordnetenhaus von Berlin, Klaus Böger (SPD) und Klaus-Rüdiger Landowsky (CDU), bewilligt der Beirat der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin im Mai 1998 dem Wahrzeichen Reichstag eV einen Etat von 250.000 DM für die erste repräsentative Ausstellung des Projektes in Berlin.


Kommode 1999/2000

Ein gleichermaßen geeigneter wie historisch passender Ausstellungsort findet sich durch die Initiative von Dr.-Ing. Joachim Schmiele, Vorsitzender des Kultur-Ausschusses des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) und dessen Präsidiumsmitglied, sowie mit der Unterstützung des Theologen Prof. Richard Schröder.

Die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) stellt in der Alten / Ehem. Königlichen Bibliothek an der Westseite des Bebel-Platzes das sich über zwei Etagen erstreckende riesige Foyer für die Ausstellung zur Verfügung.

Alte Bibliothek („Kommode“) und Altes Palais, Bebelplatz / Unter den Linden, 2011

Dieser erste selbständige und öffentliche Bibliotheksbau Berlins wurde 1775 – 1780 für die 1661 begründete Königliche Büchersammlung errichtet. Um seine Intimfeindin Kaiserin Maria Theresia von Österreich zu demütigen, wies Friedrich der Große den Baumeister Georg Christian Unger an, das Bauwerk nach den (insgeheim kopierten) Plänen des Joseph Emanuel Fischer von Erlach von 1725 für den Michaeler-Trakt der Wiener Hofburg zu errichten. Damit war die Kopie 113 Jahre früher vollendet, als das erst 1893 fertig gestellte Wiener Original: Europäische Geschichte!

Das Unter den Linden an die Kommode angefügte klassizistische Alte Palais wurde 1834–1837 von Carl Ferdinand Langhans als Stadtpalais für den damaligen preußischen Prinzen und späteren Deutschen Kaiser Wilhelm I. erbaut. Wegen Fassadenarbeiten an der „Kommode“ erfolgte der Zugang zur Ausstellung durch den Portikus des Alten Palais, Unter den Linden.

Ausstellung Kommode


Im März 1999 erhält W. H. Fischer Besuch vom Berliner Komponisten Lothar Voigtländer.
Von der „klassischern Schönheit“ des Wahrzeichen Reichstag begeistert, will auch er dafür komponieren.

Prof. Lothar Voigtländer

Am 5. November 1999 wird seine Komposition „Lichtklang II“ im Rahmen eines Konzertes mit Podiumsdiskussion im Foyer der Kommode uraufgeführt. Seine kompositorische Bearbeitung des Wahrzeichen Reichstag – Grundtones verbindet fortan als „Sonnenton H“ die einzelnen Kompositionen zum Wahrzeichen Reichstag.


2000
„In Vielfalt geeint
Motto der EU

In einem Wettbewerb unter Schülern der damals fünfzehn EU-Mitgliedstaaten wird im Jahr 2000 mit „Einheit in Vielfalt“ der Gedanke der Harmonie als Leitgedanke gekürt und nach syntaktischer Umformulierung als „In Vielfalt geeint zum offiziellen Motto der Europäischen Union.


2001
Louvre Präsident-Directeur besucht Ausstellung

Das Wahrzeichen Reichstag findet auch in Frankreich Beachtung. Im Februar 2001 besucht Pierre Rosenberg (de l’Académie Française, Président-Directeur du Musée du Louvre) aus Paris zusammen mit Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster (Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz) die Wahrzeichen Reichstag – Ausstellung mit dem 1:100-Modell im Palais am Festungsgraben, direkt hinter der Neuen Wache / Unter den Linden.

Palais am Festungsgraben


2002
Ausstellung Windkanal

2002 wird das 1:100-Modell im elf Meter hohen historischen Großen Windkanal des ehemaligen deutschen Luftfahrtzentrums in Berlin-Adlershof / Johannisthal ausgesetllt. Dieser ermöglicht erstmals eine große Darstellung der aus dem Scheitelpunkt der Grundpyramide entstehenden „Sternen-“ oder Gegenpyramide der Licht-Klang-Skulptur.

Ausstellung Windkanal


2005 – 2018
Leporello – Tetralogie
Neue Webseite

Nach 2005 werden für die vorgesehene spätere Präsentation des Projektes neue Informationsmaterialien zum Wahrzeichen Reichstag und seiner bisherigen Resonanz entwickelt und grafisch aufwendig als großformatige Leporellos (10 Seiten, 18 x 27 cm / ausgezogen 90 x 27 cm) gestaltet.

Als erstes entstehen die Leporellos Einführung und Kommentare und Aus dem Gästebuch. Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert und die CDU-Vorsitzende und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel erhalten im Jahr 2008 Exemplare und reagieren positiv.

Ab 2014 wird die Dokumentation der Licht-Klang-Skulptur durch zwei weitere Leporellos komplettiert. Neben dem Leporello Klang-Skulptur / Europäischer Kompositionswettbewerb gibt ein viertes Leporello Werdegang einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte des Werkes und seine wichtigsten Ausstellungen mit dem 1:100-Modell.


2019
Übergabe an Bundestag und Gesellschaft

Als ein künstlerisches Werk zu Geschichte, Natur und Zukunft unterliegt das Wahrzeichen Reichstag geschichtlichen Bedingungen. Für seine Verwirklichung muss die richtige Zeitqualität kommen. Diese ist nun gekommen, national, europäisch, international.

Zweiunddreißig Jahre nach der Vision dieser Laser-Skulptur über dem nächtlichen Reichstagsgebäude ist die Zeit nun reif für ihre Verwirklichung, reif für ein begeisterndes Zeichen für Einheit und Vielfalt, für Einigkeit und Recht und Freiheit, für Demokratie und Harmonie, für Frieden und für die Bewahrung der Schöpfung. Ihre Verwirklichung wird den Menschen und der Gesellschaft gut tun.

Was nützt Europas wunderbar kraftvolles Motto „In Vielfalt geeint“, wenn es nicht im Geist und Herz der Menschen lebt und wirkt?

Wir übergeben daher das Wahrzeichen Reichstag Anfang 2019 dem Deutschen Bundestag und der Gesellschaft zu treuen Händen.